Wer sich für eine „grüne“ Geldanlage entscheidet, möchte garantiert bekommen, dass mit dem angelegten Geld auch wirklich in ökologische Projekte und Unternehmen investiert wird. Doch bislang kann man sich nicht sicher sein, welche Standards der Bewertung zugrunde gelegt werden, da für „grüne“ Geldanlagen keine gültigen Qualitäts- und Gütesiegel existieren. Deshalb sollte man bei der Anlage immer hinterfragen, was die Unternehmen und deren Angebote im Klima- und Umweltschutzbereich genau tun. Einfach zu beantworten ist diese Frage aber leider nicht – deshalb sollte man wie beim Kauf eines Autos oder einer Waschmaschine die angebotenen Finanzprodukte vergleichen.
Es gibt Unternehmen, bei denen der Anleger sicher davon ausgehen kann, dass diese in den Klima- und Umweltschutzbereich investieren. So sind Unternehmen, die sich ausschließlich im klimafreundlichen Sektor bewegen, wie z.B. erneuerbare Energien, Wasseraufbereitung und -entsorgung, Wiederverwendung und Recycling, energiesparende Heizungs-, Klima- und Lüftungssysteme sowie energiesparende Produktionsverfahren empfehlenswert.
Für die Anlage Ihres Geldes sollten Sie vier wesentliche Punkte beachten:
• Individuelle Voraussetzungen
Bevor Sie das Geld anlegen, sollten Sie sich über Ihre persönliche Lebenssituation klar werden. Was planen Sie für die Zukunft? Möchten Sie eine Familie gründen und ein Eigenheim kaufen, oder planen Sie vielleicht eine Weltreise? Wie viel Geld können Sie überhaupt anlegen und wie lange soll das Geld angelegt werden? Soll das Geld sicher angelegt sein, oder können Sie auch etwas riskieren?
Diese Fragen sollten Sie unbedingt beantworten, bevor Sie eine Entscheidung treffen.
• Auswahl der passenden Anlageform
Nach Ihrer persönlichen Bestandsaufnahme sollten Sie Klarheit darüber gewinnen, welches Produkt Sie für sich bevorzugen. Auch im Bereich der „grünen“ Anlagen steht eine umfassende Produktpalette zur Verfügung - von Tagesgeldkonten bis hin zu langfristigen Anlagen oder Produkten der Altersvorsorge.
• Welchem Anbieter können Sie vertrauen?
Nachdem Sie den für Sie passenden Produkttyp ausgesucht haben, können Sie nun auf die Suche nach einem Anbieter gehen. Es gibt sogenannte Alternativbanken, deren Geschäftskonzept eine ethisch verträgliche und ökologisch sinnvolle Geldanlage und Kreditvergabe ist. Darüber hinaus gibt es eine Vielfalt von Finanzmaklern und Gesellschaften, die grüne Investments wie Unternehmensbeteiligungen, Aktien oder „grüne“ Versicherungen im Portfolio haben. Informieren Sie sich vorab über die Seriosität des Maklers. Darüber hinaus sollten Sie auch die Anbieter der angebotenen Produkte wie z.B. Unternehmensbeteiligungen oder Aktien sowohl wirtschaftlich als auch inhaltlich kritisch prüfen. Viele „grüne“ Geldanlagen sind dem so genannten „Grauen Kapitalmarkt“ zuzuordnen. „Grau“, da dies ein wenig regulierter Markt ist und nicht der staatlichen Finanzaufsicht unterliegt.
• Wie streng sind Ihre Kriterien?
Erfragen Sie, wie viel Prozent des Monats- oder Jahresbeitrags tatsächlich in den Klima- und Umweltschutzbereich des Unternehmens investiert wird. So finden Sie heraus, wie „grün“ Ihr Investment wirklich ist. Auf dieser Basis können Sie entscheiden, ob Sie ein komplett „grünes“ Investment erwerben wollen oder ob Ihnen einige wenige „grüne“ Referenzen der Anlage ausreichen.
Verfasser: Verbraucherzentrale Hessen e.V.